Riefensberg wünscht sich mehr Frequenz

Riefensberg setzt auf verdichtete Wohnbauweise und investiert in ARA. Gschliefstraße bereitet Sorgen.

Riefensberg.  In der jüngsten Gemeindevertretungssitzung in Riefensberg stand die Beschlussfassung des Budgets 2013 im Mittelpunkt. Mit einem ausgeglichenen Budget und einem vielseitig geschnürten Paket an Investitionsmaßnahmen startet die Vorderwälder-Gemeinde ins neue Jahr. Der Voranschlag 2013 wurde mit Gesamteinnahmen und -ausgaben von 2.611.700 Euro festgelegt. Um ausgeglichen zu budgetieren, war eine Darlehensaufnahme von 153.500 Euro notwendig. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug zum 31. 12. 2012 302 Euro, am 31. 12. 2013 wird diese voraussichtlich 340 Euro ausmachen. Somit zählt Riefensberg zu jenen Gemeinden in Vorarlberg mit der niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldung.

Abwasserreinigung

Mit 300.000 Euro verschlingt die Verbindungsleitung von der Abwasserreinigungsanlage Springen zur vor Kurzem neu errichteten ARA Meirerhof den größten Brocken. Die ARA Springen soll aufgelöst werden – künftig wird hier noch ein Pumpwerk in Betrieb sein – die Abwässer werden in die ARA Meirerhof eingeleitet. Im Zuge der Bauarbeiten werden auch die Parzellen Felder, Hasen und Riebinger erschlossen. Die Länge der neuen Leitung beträgt 3000 Meter, die Planungsunterlagen wurden bereits eingereicht. Bürgermeister Herbert Dorn: „Wir hoffen, einen Großteil der Arbeiten in diesem Jahr umsetzen zu können.“

Wohnen im Dorf

Seit längerer Zeit sind in Riefensberg die Ortszentrumgestaltung, aber auch verdichteter Wohnbau Themen. Mit dem Projekt „Wohnen im Dorf“ soll im Zentrum eine Wohnanlage mit acht Wohneinheiten sowie Räumlichkeiten für den Krankenpflegeverein entstehen. Darüber hinaus sind eine Arztpraxis sowie Therapieräume und eine Tiefgarage mit 14 Stellplätzen vorgesehen. Sechs davon werden von der Gemeinde verwaltet und bei Bedarf vermietet. Schon vor drei Jahren erwarb die Gemeinde ein landwirtschaftliches Anwesen (Bundschuh-Areal), dessen noch bestehendes Gebäude, das in diesem Jahr dem neuen Wohnhaus weichen soll. Zurzeit wird mit gemeinnützigen Bauträgern verhandelt.

Wohnraum für Jung und Alt

Das zentral gelegene Gebäude soll sowohl älteren Menschen als auch Jungfamilien günstiges Wohnen bieten. Mit dem Krankenpflegeverein und dem Mobilen Hilfsdienst ist Riefensberg im Sozialbereich gut aufgestellt. Betagte Bewohner haben die Möglichkeiten, Dienste wie „Essen auf Rädern“ oder Hilfe im Haushaltsbereich zuzukaufen. „Mit diesen Hilfsmaßnahmen hoffen wir, unsere Senioren so lange wie möglich im Dorf zu behalten und ihnen hohe Lebensqualität zu ermöglichen“, so Dorn. Für die Zentrumsgestaltung sind in diesem Jahr 200.000 Euro vorgesehen. Der Bürgermeister hofft, noch heuer mit der Realisierung beginnen zu können. Das Interesse an Grundstücken sei rückläufig, der Wunsch nach Wohnungen hingegen nehme stark zu.

Heizwerk erweitern

Das örtliche Biomasse-Heizwerk wurde 2006 erbaut und versorgt derzeit die kommunalen Gebäude der Gemeinde wie Schule, Spielhus, den Nahversorger ADEG sowie einige private Objekte im Ortszentrum. Nun soll das Heizwerk weitere Objekte mit Biowärme versehen. Für die Erweiterung wurden 80.000 Euro veranschlagt.

Nahversorgung im Dorf

Der Nahversorger ADEG-Markt ist in einem gemeindeeigenen Gebäude untergebracht. Für heuer sind Instandsetzungsmaßnahmen über 60.000 Euro innerhalb des Hauses geplant. Neben einer neuen Beleuchtung sollen Kühlgeräte ausgetauscht und die Klimatisierung verbessert werden. Für die Nahversorgung im Dorf wünscht sich der Bürgermeister mehr Frequenz durch Einheimische.

Nächtigungsplus

Nach der Schließung des Cafés Grabherr, der Besitzer ist verstorben, bietet nur noch ein Gasthaus im Ortskern die Möglichkeit zur Einkehr. An den mehr als berechtigten Ruhetagen des Familienbetriebes sei auch diese Gelegenheit nicht mehr gegeben, zeigte sich Dorn nachdenklich. Sehr erfreut ist man in Riefensberg über das Nächtigungsplus gegenüber dem Vorjahr. Das Alpenhotel „Hochhäderich“ befindet sich im Gemeindegebiet Riefensberg und konnte mit der Erweiterung der Hotelanlage im vergangenen Jahr eine sehr hohe Nächtigungszahl erreichen. So konnten im Jahr 2012 insgesamt (Alpenhotel „Hochhäderich“, Gasthaus „Hochlitten“, Campingplatz Hochlitten, Gasthof „Adler“) 33.700 Nächtigungen verzeichnet werden, im Jahr 2011 waren es noch 26.700.

Weitere Investitionen

Für Gemeindestraßen und Brücken werden 47.000 Euro bereitgestellt. Entlang der Gemeindestraße sollen Gehsteige erweitert werden, in nächster Zeit soll Kontakt mit den betroffenen Grundeigentümern aufgenommen werden. Gerechnet wird mit Kosten über 20.000 Euro.

Juppenwerkstatt

Aber auch die „Juppenwerkstatt“ verlangt ihren Tribut. Die zur Entstehung der Juppe notwendigen Maschinen haben nach 100 Jahren ihre Schuldigkeit getan. Bei einem Projekt an der HTL Bregenz werden nun die Maschinen nachgefertigt und verbessert. Die Kosten schlagen insgesamt mit 40.000 Euro zu Buche. Im Jahr 2012 konnte die Juppenwerkstatt 3000 Besucher verzeichnen.

Sorge um Gschliefstraße

Ein großes Anliegen ist der Gemeindevertretung die Ansiedelung von Gewerbebetrieben. „Mit neuen Arbeitsplätzen soll der Abwanderung entgegengewirkt werden“, so Dorn. So bietet die Gemeinde Interessenten im Gewerbegebiet „Gaishaus“ Grundstücke zu niedrigen Preisen an. Eine Umfrage bei Jungunternehmern und weiteren Dorfbewohnern brachte den Wunsch zum Ausdruck, die Gschliefstraße zu realisieren. Seit einem Erdrutsch vor vielen Jahren ist die Straße nach Springen-Ach (Deutschland) gesperrt, zur Neuerrichtung fehlen die Zusagen zweier Grundbesitzer. „Unser Dorf mündet in einer Sackgasse“, so Dorn, „die Gschliefstraße würde für das Dorf neue Belebung bedeuten“.

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