Robert Meusburger, Behindertensportler des Jahres, ist ganz auf Vancouver fokussiert. Nach vier WM-Medaillen will der Prothesenläufer olympisches Edelmetall.
“Ich mach‘ mir nicht viel aus Ehrungen. Für mich steht der Sport im Vordergrund”, Heimo Kofler von den Vorarlberger Nachrichten und Robert Meusburger im Gespräch.
VN: Was bedeutet dir die Auszeichnung als Behindertensportler des Jahres? Meusburger: Ich mache mir eigentlich nicht viel aus Ehrungen. Für mich steht die sportliche Leistung im Vordergrund. Andererseits ist es natürlich eine schöne Bestätigung, dass man gut gearbeitet hat.
VN: Nach einer erfolgreichen WM mit vier Medaillen hängst du noch eine Saison an. Was war der Antrieb? Meusburger: Die terminliche Nähe zu den Olympischen Spielen. Vancouver ist das große Ziel, dem ordne ich noch einmal alles unter. Aber ausschlaggebend war, dass ich von meiner Frau Cornelia Unterstützung dafür bekommen habe.
VN: Wie lassen sich denn der Job bei der Landwirtschaftskammer, die Familie und das Training unter einen Hut bringen? Meusburger: Unser Sport wird immer professioneller und im Hinblick auf Vancouver opfere ich meinen ganzen Urlaub und die Freizeit. Die Trainingstage werden genau eingeteilt, damit auch effizient gearbeitet werden kann. Ebenso suche ich mir die Rennen gezielt aus, ich werde nicht alle bestreiten können. Der Deutsche Gerd Schönfelder, aber auch die Schweden oder die Schweizer, haben sich den Sport mittlerweile zum Beruf gemacht.
VN:Wie hoch ist der Trainingsaufwand, wenn man bei Olympischen Spielen vorne mitfahren will? Meusburger: Das hängt sehr mit den Witterungsverhältnissen zusammen. Ich habe die Trainingshänge im Bregenzerwald praktisch vor der Haustüre. Wir haben uns heuer aber erstmals in Hamburg in der Skihalle vorbereitet. Da trainiert man in kurzer Zeit einen hohen Umfang und kann noch an der Technik feilen. Diese Woche fahren wir im Stubaital.
VN:Mit fünf WM-Medaillen darf man davon ausgehen, dass die Qualifikation für Vancouver fix ist. Meusburger: Es gibt eine Weltrangliste, die nach Muster der alpinen FIS-Liste funktioniert. Bei den Weltcuprennen kann man Punkte herunterfahren, um die Platzierung zu verbessern. Stichtag für die Olympia-Nominierung ist der 1. Jänner 2010. Ich bin nach der letzten Saison im Super-G und im Riesentorlauf jeweils Zweiter, habe also eine gute Ausgangsposition.
VN: Die Pisten von Vancouver sind Neuland für dich. Wie geht man da die Vorbereitung an? Meusburger: Ich habe mir Videos von den Strecken besorgt. Das Gelände ist sehr wellig, mit vielen Übergängen. Ich werde versuchen, diese Verhältnisse in Schetteregg zu imitieren.
VN: Das Ziel für die Winterspiele? Meusburger: Ich will eine Medaille holen.



