Feierliche Enthüllung der Gedenkstätten für die Opfer der NS-„Euthanasie“ in den drei Bregenzerwälder Gemeinden Alberschwende, Andelsbuch und Bezau
(Bilder Franz Passmann u. Hubert Cernenschek)
Am 11. 3. 2007 hat das Kulturforum Bregenzerwald mit seiner Podiumsdiskussion „Nationalsozialismus in Alberschwende“ eine intensive Aufarbeitung dieser Zeit in seiner Heimat begonnen. Im Zuge der Recherchen in Alberschwende wurden bis zuletzt alleine in Alberschwende 11 Todesopfer der sogenannten „Euthanasie“- oder T4-Aktion bekannt. Schon im Jahre 2007 setzte sich das Kulturforum für ein Gedenken an diese Opfer ein.
Am 12. 10. 2007 organisierte das Kulturforum Bregenzerwald in Lingenau eine Expertenrunde zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Euthanasieopfer im Bregenzerwald – Missachtet, getötet, verdrängt, vergessen?“.
In einer Kooperation mit dem HeimatEGGMuseum und deren Leiter Andreas Hammerer wurde dann die Ausstellung „NS-‚Euthanasie‘ im Bregenzerwald“ mit einer großen Veranstaltungsreihe organisiert. In einem Schulprojekt konnten 5 Schulen des Bregenzerwaldes gewonnen werden, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzten und ihr Projekt auch der Öffentlichkeit präsentierten.
Im Rahmen dieser Arbeit gelang es auch, einen Diplomstudenten, Thomas Rüscher, aus Schnepfau für die Abfassung einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema zu gewinnen. Begleitet wurde er, wie die gesamte Reihe, von Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Weber vom Vorarlberger Landesarchiv.
Den vorläufigen Abschluss fand diese Arbeit im Buch des Kulturforums Bregenzerwald „Nationalsozialismus im Bregenzerwald unter besonderer Berücksichtigung der NS-‚Euthanasie‘ im Bregenzerwald“.
Das Kulturforum und vor allem das Buch wurden dankenswerterweise auch von der Regio Bregenzerwald finanziell unterstützt und Kultursprecher LAbg. Josef Moosbrugger setzte sich dann zusammen mit dem GF der Regio, Urs Schwarz, für eine konzertierte Gedenkkultur für diese Opfer im Bregenzerwald ein. Die Regio organsierte mehrere Sitzungen von Interessierten der einzelnen Gemeinden zusammen mit Vertretern des Kulturforums Bregenzerwald. Schon bald kristallisierte sich der 1. 9. 2009 als Datum heraus, die Gedenkstätten in den Gemeinden zu enthüllen und einzuweihen. Nicht weil es der 70. Jahrestag des Kriegsbeginnes ist, sondern weil auf den 1. 9. 1939 der sog. „Gnadentoderlass“ von Hitler rückdatiert unterzeichnet wurde. Dieses von Adolf Hitler unterzeichnete Dokument war die Grundlage für das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten.
Am 1. 9. 2009 war es nun soweit, drei Gemeinden hatten ihre Gedenkstätten für die damals ermordeten Menschen enthüllt.
Alberschwende, bei der Leichenkapelle: Enthüllung einer künstlerischen Umsetzung durch Ferdl Rüf.
Andelsbuch, beim Kriegerdenkmal: Enthüllung einer künstlerischen Umsetzung durch Hanno Metzler.
Bezau, beim Kriegerdenkmal am Ölberg: Eine Stunde des Lichts mit Lichterkette zu den Namen der Euthanasieopfer.
Es haben ursprünglich 12 Gemeinden, die auch im Buch erwähnt sind, bei den Sitzungen der Regio mitgemacht. Sulzberg, Lingenau, Hittisau, Egg, Langenegg, Schnepfau und Schwarzenberg sind noch in einem Prozess und werden ihre Gedenkstätten zu einem späteren Zeitpunkt enthüllen.
Quelle: Kulturforum Bregenzerwald



